nach unten
nach links nach oben nach rechts

Fotosammlung

Openairbilder

Kochbuch von 1877

Energie von hier

BuiltWithNOF
Unser Dorf hat Zukunft: Gold

Die nachstehende Beschreibung zur Goldmedaille ist dem Staatsanzeiger entnommen.

Der landwirtschaftlich geprägte Ort Haßfelden ist einer von 8 Teilorten der Gemeinde Wolpertshausen und liegt zentral im Landkreis Schwäbisch Hall auf der Hohenloher Ebene.

Nach dem Abschluss der Flurneuordnung 1992 konnte das Dorfentwicklungskonzept bis 2002 weitgehend abgeschlossen werden.

Der Ort verfügt über sämtliche Planungskonzepte, die für die Entwicklung eines solchen Ortsteils sinnvoll und z. T. erforderlich sind. Die vorhandenen Planungsgrundlagen wie Landschaftsplan, Dorfentwicklungsplan, Flurneuordnungsplan, Entwicklungskonzept wurden in Teilen umgesetzt bzw. werden bei ‚zukünftigen Maßnahmen zugrunde gelegt. Eine kontinuierliche Weiterentwicklung und ein konzeptionelles Vorgehen sind spürbar. Die energetischen Bewertungen und Maßnahmen (z. B. Biogasanlage und Photovoltaikanlagen), die hier getroffen wurden, sind hervorragend. Bei den Baumaterialien steht die Verwendung von Holz im Vordergrund. Auch die Heizungen werden häufig mit Holz versorgt. Lobenswert ist der schonende Umgang mit der Landschaft.

Bei der verhältnismäßig geringen Einwohnerzahl findet man dennoch eine angemessene Infrastruktur vor. Die Grundversorgung ist größtenteils über die Selbstvermarktung geregelt. In diesem Dorf ist die Umstrukturierung der Landwirtschaft in das Gewerbe hinein gelungen. Dies führte zu einer, an  der Bevölkerung gemessen, beachtlichen Arbeitsplatzsituation. Von großem Nutzen für die Landwirtschaft ist der noch aktive Landmaschinen- und KFZ-Betrieb, der die Landwirte bei Bedarf vor Ort versorgt. Ein  Energielehrpfad unterstreicht die im Dorf herrschende Stimmung „Unser Dorf hat Zukunft“ und wertet die touristischen Initiativen auf. Haßfelden hat keinen Verein, aber dennoch ein reges Dorfleben. Eine außerordentlich intakte Dorfgemeinschaft wirkt bei zahlreichen Veranstaltungen mit. Bei vielen Aktivitäten wie dem Maibaumstellen, dem Open-Air-Konzert, dem Weißwurstfrühstück, dem Laternenlaufen sind Jung und Alt eingebunden. Eine der bisher größten Herausforderungen für die Dorfgemeinschaft stellte die Organisation des „Tages der offenen Gartentür“ im Jahr 2004 dar. Hier wurden rund 3000 Besucher aus nah und fern gezählt.

Nachbarschaftshilfe und Mitfahrgelegenheiten sind für die Bewohner eine Selbstverständlichkeit. Neubürger werden problemlos in die Dorfgemeinschaft integriert. Ortsbildprägend sind die Michaelskirche mit dem mauerumfassten Friedhof sowie zahlreiche Wohngebäude, wie beispielsweise das frühere Pfarrhaus und die ehemalige Schule, die das schöne Straßenbild der Hauptstraße prägen. Die Sanierung und Erhaltung der Gebäude erfolgte mit dorfgerechter Sensibilität. Die Grundsatzüberlegungen des Dorfentwicklungsplanes spiegeln sich in der Dorfstruktur und Gestaltung der Bausubstanz wider. Insgesamt überzeugen liebevolle, detailgetreue Um- und Anbauten wie auch neu hinzu gefügte notwendige Gebäude.

Auch die Verwendung moderner Baustoffe und -elemente, wie beispielsweise des ortsansässigen Metallverarbeitenden Betriebs, zeigt, dass dies gestalterisch einwandfrei erfolgen kann. Die Landmaschinen- und KFZ-Werkstatt fügt sich vorbildlich unauffällig und selbstverständlich in das Ortsbild ein, indem die schlichten Fassaden begrünt wurden und der Betrieb zur freien Landschaft geschickt durch eine Heckenpflanzung kaschiert ist. Aber auch die weiteren gewerblichen und landwirtschaftlichen Betriebe sind positiv zu erwähnen. Es gibt wenig Einfriedigungen, viele Grundstücke gehen ineinander über und fungieren als offene Räume. Auch die Spielplatzanlage mit Grillplatz liegt wie selbstverständlich an der Schnittstelle von Landschaft und Dorf. Bei der Neugestaltung des Straßenraumes wurden unauffällige Beläge und schlichte Beleuchtungskörper gewählt, die den dörflichen Charakter wahren.

Ein interessantes Projekt verspricht die Umnutzung des ehemaligen Wasserturmes zu werden, dessen öffentliche Nutzungsart noch geklärt werden muss. Die Gärten in Haßfelden machen deutlich, dass die vorgegebenen Maßnahmen des Dorfentwicklungsplanes größtenteils umgesetzt wurden. Die Qualität der Gärten lässt erkennen, dass sie in enger Abstimmung mit der Beratung gestaltet sind. Die offenen Gärten, die sehr schön mit standortgerechten Gehölzen, Stauden und Sommerblumen bepflanzt wurden, dienen auch der Selbstversorgung und als Erholungsraum. Ein besonders idyllischer Garten ist am alten Pfarrhaus entstanden. Vorbildlich ist der Obstbau mit seinen Hoch- und Halbstämmen sowie Spalieren an den Wirtschaftsgebäuden, dessen Produkte direkt vermarktet werden. Die Verwendung ortstypischer Materialien unterstützt das dörfliche Flair und passt sich den gewachsenen Strukturen - wie der wunderschönen alten Kirchenmauer - an.

In dem Straßendorf Haßfelden wird deutlich, dass zur Eingrünung des Ortes ein Baumkataster zugrunde liegt. Vorbildlich wurden alte und neu gepflanzte Arten aufgelistet. Alte Streuobstwiesen sowie andere Baumgruppen binden den Ort gut in die Landschaft ein. Alleen, Baumreihen und Heckenstrukturen wurden ergänzend in die Feldflur hineingezogen. Von großer Bedeutung sind die erneuer­baren Energien wie Biogas und Photovoltaikanlagen der landwirtschaftlichen Betriebe. Der beschilderte Energielehrpfad hat umweltpädagogische Qualitäten. Für die Trockenhangkomplexe sowie Offenhaltung des Grimmbachtales (ca. 15 ha) ist ein Beweidungskonzept (Korridore im Landschaftsplan) mit Schafen und Ziegen geplant.

Sehr wertvoll sind die offenen Scheunengiebel, die Nistmöglichkeiten für Schleiereulen bieten. Als weiteres ökologisches Kleinod sind die vier privat angelegten Amphibienteiche zu nennen. Dolinen, Hecken, alte Baumbestände und Naturdenkmale wie der Graben der ehemaligen Haller Landhege werden von der Gemeinde Wolpertshausen und Hassfelder Anrainern gepflegt. Neben der Land- und Forstwirtschaft werden zukünftig auch touristische Initiativen ausgebaut. Der Ab-Hof-Verkauf, die Streuobstvermarktung, Brennereiprodukte, ein Bioproduktenhandel sowie eine Wollschweinzucht mit Vermarktung tragen perspektivisch zur Erhaltung der Kulturlandschaft bei.
Anerkennung

Die Bürger des Dorfes Haßfelden erhalten für herausragende Leistungen in Dorf, Landschaft und Gemeinschaft eine Auszeichnung in Gold.
 


Photographische Notizen von Annegret Posselt zu dieser Beschreibung

Der Württembergische Bauernverband stiftete einen Sonderpreis für besondere Leistungen.

“Gruppenbild mit Damen” Minister mit Bürgermeister und Organisationsteam

Medaillen-Streiflichter  vom 25. November 2006 in Böblingen und Erlenbach