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Tag der offenen Gartentüren

Grüne Lebensträume, wohin man blickt

Der erste „Tag der offenen Gartentüren" in Haßfelden wird sicher nicht der letzte gewesen sein. Zahlreiche Gäste waren gekommen, um in 20 ganz unterschiedlichen Gärten die Blütenpracht zu bewundern, Anregungen für den eigenen Garten zu gewinnen und zu fachsimpeln.

[Roland Schulz] „Wer wagt, gewinnt“. An dieses Sprichwort mögen sich die Organisatoren erinnert haben, als sich am autofreien Sonntag wahre Besucherscharen durch Haßfeldens Straßen und Gärten drängten. Jeder Garten hat seinen eigenen Charakter. Da gibt es eher beschauliche mit einem Zierteich wie den hinterm alten Pfarrhaus, kombinierte Nutz- und Blumengärten unter alten Walnussbäumen wie Oma Kellermanns Schmuckstück oder das versteckte Gemüsegärtchen der Familie Schüssler.

Angestoßen hat diesen Tag Esther Gronbach, die als Grünplanerin im Landratsamt wirkt. „Als ich vor einigen Jahren beim Wettbewerb Grüne Gemeinde zum ersten Mal in den Gärten war, war ich begeistert". Natürlich kennt sie auch den schönsten Garten im Ort: „Jeder ist etwas ganz Besonderes. Der eine besticht' mit seiner Blütenfülle, der nächste ist ein Naturgarten. Und all die Gemüsegärtchen hinterm Haus mit weitem Blick in die Landschaft, einfach toll."

So durften sich die Besucher nach der Eröffnung durch Landrat Gerhard Bauer und Bürgermeister Jürgen Silberzahn in aller Ruhe ihre eigene Meinung bilden. Hauptdarsteller des Tages waren kräftige Stauden wie der rotblühende Fingerhut, tiefblauer Rittersporn oder der cremeweiße Waldgeißbart. Und überall Mohn: einfach oder gefüllt in allen Rot-, Violett- und Orangevariationen, zwischen Wiesensalbei und Margerite oder im Gemüsebeet bei Kohlrabi und Zwiebeln. Markant unterbrechen immer wieder mächtige Kalksteinquader und hie und da ein steinerner Brunnentrog die bunte Pracht. Selbst an Katzen ist gedacht: In vielen Beeten blüht die Katzenminze, deren Geruch die Tiere magisch anzieht. Kenner haben sogar die eine oder andere seltene Heilpflanzen wie den Muskateller Salbei entdeckt. Im Naturgarten der Familie Herrmann fühlen sich Ringelnattern heimisch, die in früheren Zeiten als gute Hausgeister immer ein Schälchen Milch bekamen. Dass Gärten erfüllte Lebensträume   werden   können,   beweist der „kleine Park" hinter dem ehemaligen Gasthaus Lamm. 1989 hat Ulla Rihm hier begonnen, ihren Wunschgarten zu planen: „Damals habe ich den Garten genauso aufgezeichnet, wie er heute geworden ist". Neben den bunten Eindrücken und dem Austausch von Geheimtipps unter Gärtnern entwickelte sich hier und da ein grüner Tauschhandel. Besonders begehrt waren „Russische Ochsenherzen", eine Tomatensorte mit großen Früchten. Auch der Traum vom Jungbrunnen kann wahr werden, wie der Garten von Oma Kellermann mit ihren 84 Lenzen beweist.

 

Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung des Haller Tagblatts

 

Zu den Fotos geht es hier: http://impressionen.hassfelden.de/html/gartenturen.html